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Pilotprojekt "Elternhaltestellen"

Die Landeshauptstadt Saarbrücken richtet ab Mittwoch, 2. Mai, in einer Pilotphase Elternhaltestellen an vier Schulstandorten ein.

Mutter bringt Tochter zur Schule. Foto: Kzenon, Fotolia.com

In Abstimmung mit den Schulen hat sie die Turmschule in Dudweiler, die Max-Ophüls-Grundschule in St. Johann, die Arnulfschule in St. Arnual sowie das Rotenbühl-Gymnasium ausgewählt. Wenn sich die Haltestellen dort bewähren, sollen sie fest eingerichtet werden und in Zukunft auch auf weitere Schulstandorte ausgeweitet werden.

Was sind Elternhaltestellen?

An diesen besonderen „Haltestellen“ können Eltern mit ihren Fahrzeugen halten und ihre Kinder nahe der Schule absetzen. Die Elternhaltestellen sollen ein sicheres Ein- und Aussteigen der Kinder ermöglichen. Viele andere Städte in Deutschland haben mit ihnen bereits Erfolge im Umfeld der Schulen erzielt.

Im Bereich der Elternhaltestellen gilt ein eingeschränktes Halteverbot. In den angegebenen Zeiten ist das kurzfristige Halten dem Hol- und Bringverkehr für die Schüler vorbehalten. Die Haltestellen sind durch ein beschränktes Halteverbotsschild und ein selbst entwickeltes Zusatzschild gekennzeichnet.

In der Einführungszeit begleitet die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) das Projekt an drei der genannten Standorte wissenschaftlich. Dabei sollen die Auslastung der Elternhaltestellen sowie die Akzeptanz und Annahme durch die Eltern (an der Turmschule, der Max-Ophüls-Schule sowie dem Rotenbühl-Gymnasium) untersucht werden. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt an drei aufeinanderfolgenden Tagen beim offiziellen Start im Mai sowie in einer weiteren Testrunde Anfang Juni.

Die Landeshauptstadt Saarbrücken bittet vor allem die Anwohner im näheren Umfeld der betroffenen Schulen, die Elternhaltestelle zu den vorgesehenen Zeiten freizuhalten.

Hintergrund

An vielen Grundschulen und weiterführenden Schulen sind morgens vor Schulbeginn sowie zu Unterrichtsende chaotische Verkehrssituationen zu beobachten. Das Phänomen, dass Eltern ihre Kinder immer häufiger mit dem Auto direkt vor die Schule bringen, führt dazu, dass die Verkehrssicherheit an den Schulen und in ihrem Umfeld abnimmt. Das Verhalten der Eltern resultiert zum einen aus ihren erhöhten Anforderungen und Ansprüchen an die Schulwegsicherheit beziehungsweise die Verkehrssicherheit für Kinder.

Zum anderen stehen Eltern häufig unter Zeitdruck, immer öfter arbeiten beide Elternteile und die Entfernungen zwischen Arbeitsort und Wohnung nehmen zu, so dass Kinder immer öfter direkt zur Schule gefahren werden.

Das ständige Fahren zur Schule oder auch zu Freizeitaktivitäten (Vereine, Sport, Treffen mit Freunden) nimmt den Kindern auf der einen Seite die Möglichkeit, eine selbstständige Mobilität zu entwickeln. Auf der anderen Seite trägt das Gefahren-werden auch dazu bei, dass der Verkehr für andere Kinder unsicherer wird.

Um die Schulwegsicherheit und die Verkehrssicherheit für Kinder allgemein zu erhöhen, hat die Landeshauptstadt im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) die Leuchtturmkampagne Schulwegsicherheit ins Leben gerufen.